99 Tage Selbstliebe

Ziele loslassen ist Selbstliebe

Ziele loslassen ist Selbstliebe

Ziele können motivieren, Spaß machen und dem Leben eine Richtung geben. Andererseits können sie Stress verursachen und unnütze Muster am Laufen halten. Muster, die mein Leben zu einer Liste machen statt zu einer lebendigen Reise, auf der die Liebe zu mir selbst und allem, was ist, an erster Stelle steht.

Ich liebe es, wenn in meinem Leben Dinge passieren, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Wenn ich durch meine Offenheit dem Leben die Möglichkeit gebe, sich zu entfalten. Wie vorgestern, an Silvester. Ich hatte mich gerade auf einen gemütlichen Nachmittag eingestellt, bevor ich abends mit Freunden ins neue Jahr feiern wollte, als mir die Idee kam, meinen Bruder anzurufen. Was dann passierte, hatte ich absolut nicht erwartet.

Er sagte, er wolle am Nachmittag eine Collage für 2019 erstellen. Daraufhin sagte ich spontan, dass ich mitmachen wolle. Also packte ich meine Schere und den Klebestift und machte mich auf den Weg. Obwohl ich selber keine Zeitschriften im Haus hatte, war ich zuversichtlich, reichlich bei meinem Bruder vorzufinden. Schließlich ist er Friseur und die sind ja bekannt für ihre gute Auswahl an bunter Lektüre.

Meine Ziele erschreckten mich

Was beim Erstellen dieser Collage passierte, erschreckte mich etwas. Ich mag es, beim Durchblättern der Zeitschriften und Ausschneiden der Bilder nicht nachzudenken. Daher wähle ich ein Bild, das in mir ein gedankliches „Wow!“ hervorruft auf jeden Fall aus.

Als ich alle Bilder auf dem Bogen Papier arrangiert hatte, um sie aufzukleben, fiel mir auf, dass sich nur Bilder von Reisen, Abenteuern und Essen darauf befanden. Das heißt, es gab kein einziges zum Thema Arbeit und nichts über Beziehung. Abgesehen von dem Schriftzug „Love“, der aber eher eine Lebenseinstellung als ein Beziehungsmuster meint.

Mit dem Bereich Liebe und Beziehung bin ich zufrieden, dazu nichts zu finden, war in Ordnung. Angesichts der fehlenden Berufsbilder fragte ich mich jedoch, ob ich jetzt völlig übergeschnappt und realitätsfremd geworden sei und blätterte alle Zeitschriften nochmals durch, um wenigstens ein Laptop oder etwas Ähnliches zu finden. Nichts. Es war schon eher die Suche nach einem Beweis dafür, dass ich weiß, was zu tun ist und nicht vollkommen verwahrlose.

Ich beschloss, mich zu entspannen

Dieses Gefühl, faul zu sein und beruflich gar nichts mehr zu schaffen, wenn ich nicht Vollgas gebe, kenne ich gut. Bevor sich mein Gehirn an diesem Verwahrlosungsgedanken festbeißen konnte beschloss ich, mich zu entspannen, indem ich mich zurück lehnte und den Anblick meiner Collage genoss. Das fühlte sich gut an.

Das Thema beschäftigte mich während des ganzen Abends. Sind doch die Rauhnächte, die an Heilig Abend beginnen und bis zum 6. Januar andauern, eine Zeit, die ich gerne nutze, um Rückschau zu halten und zu erspüren, wo es im kommenden Jahr hingehen könnte.

Ich habe selbst Zeit- und Selbstmanagementkurse gegeben und kenne zu gut die Vorgehensweise zur Zielerreichung. Schließlich sind es gut bekannte Methoden, die man zum Finden von Zielen nutzt. So zum Beispiel Ziele als bereits erreicht formulieren, visualisieren, zeitlich konkret, um nur einige Punkte zu nennen. Wo will ich in zehn, fünf, zwei Jahren stehen? Wo in einem Jahr, in einem halben, in sechs Wochen und was muss ich heute dafür tun? Uahhhhhh, mir gefällt das überhaupt nicht mehr.

Ich bin jetzt schon mal glücklich

Dagegen sitze ich viel lieber schon jetzt mit einem breiten Grinsen im Gesicht da und fühle ein enormes Glücksgefühl von meinem Bauch zur Brust hochsteigen und erfreue mich an dem, was mein Unterbewusstsein auf die Collage gefördert hat. Also bin ich ganz einfach jetzt schon mal glücklich.

Was hält die Collage noch an Einsichten für mich bereit? Ich bin immer sehr zielstrebig und engagiert gewesen. Das heißt, ich war sehr aktiv, habe immer Verantwortung übernommen, viele Projekte gehabt. Manche waren erfolgreich, einige nicht und unzählige Ideen habe ich überhaupt nicht umgesetzt.

Das brachte mir ein sehr aktives und interessantes Leben, andererseits kostete es mich sehr viel Kraft. Anders ausgedrückt: Bis zur Erschöpfung zu arbeiten war für mich ein ganz normales Programm.

Und plötzlich kam mir ein unerhörter Gedanke in den Sinn: wie wäre es, wenn ich meiner Arbeit einmal überhaupt keine Bedeutung zukommen lasse? Das heißt nicht, dass ich nicht arbeiten möchte. Aber wie wäre es, einfach zu tun, was zu tun ist, die Arbeit gut zu machen, Geld zu verdienen, sie aber nicht zu meinem Lebensinhalt zu erklären?

Die Silvesternacht war lang und sehr schön. Außerdem gab es einige Momente zum Gedankenaustauch. Nur kurz, dafür aber bedeutsam und tiefgreifend. So meinte eine Freundin, dass man ja nur rumliegen und nichts tun würde, wenn man keine Ziele hätte. Als ich ihr meine neu gewonnene Erkenntnis erklärte, meinte sie, dass man schon ein Stück entwickelt und reflektiert sein müsse, um sich keine Ziel stecken zu müssen und dennoch ein erfülltes Leben zu haben.

Wie entwickelt bin ich?

Wie entwickelt und reflektiert bin ich? Reicht es, um meine Theorie an mir selbst auszuprobieren? Das möchte ich in diesem Jahr herausfinden. Was passiert mit meinem Arbeitsleben, wenn ich es einfach da sein lasse, ohne ihm eine große Bedeutung zuzuschreiben? Meine Aufmerksamkeit geht zu Reisen, Essen, Selbstliebe, Liebe, schönen Begegnungen. Wohlgefühl ab sofort.

Bisher habe ich alle Ziele in meinem Leben erreicht. Auch die, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie hatte. Wie handhabst du deine Lebensplanung? Planst du überhaupt? Steckst du dir Ziele? Wie funktioniert das für dich?

Wenn du dir Unterstützung von mir wünschst und ein Beratungsgespräch bei mir buchen möchtest, kannst du mir gerne schreiben. Wir können dann ein kostenloses Vorgespräch vereinbaren, um zu sehen, ob wir zusammen passen.

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Du willst noch mehr über Selbstliebe erfahren? Dann lies meinen Beitrag Dem Leben vertrauen ist Selbstliebe.

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